In welchen Berufen wird spezielle Zunftkleidung getragen?
Die Zunftgeschichte reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Handwerkerzünfte waren die Interessenvertretungen der einzelnen Handwerksberufe. Traditionell gingen die Gesellen nach bestandener Gesellenprüfung auf Wanderschaft. Dies geschah in der original Zunftbekleidung, auch Kluft genannt. Auch heute noch ist die alte Handwerkstradition in Deutschland lebendig, auch wenn die Zünfte durch Handwerkerinnungen ersetzt wurden. Allerdings basiert die Gesellenwanderschaft auf Freiwilligkeit. Besonders im Baugewerbe wird diese Tradition heute noch sehr hoch gehalten.
Heutige Berufe mit Zunftbekleidung
Wenn man heute nach Berufen mit Zunftbekleidung fragt ist der erste Einfall dazu der Zimmermann. Diese Handwerker sind auf dem Bau sofort zu erkennen, jeder weiß, welcher Beruf ausgeübt wird. Die schwarze Kluft ist dafür kennzeichnend mit Zunfthose, Zunftweste, Hut und Staude, dem weißen Hemd. Ähnlich ist die Zunftbekleidung der Dachdecker. Besonders auffällig für die Holzberufe mit ihrer schwarzen Zunftbekleidung ist die Zunfthose mit zwei Reißverschlüssen. Dieser Umstand resultiert aus der Geschichte der Zunftbekleidung, denn das Aussehen der Zunfthose wurde von den Schiffszimmermännern übernommen. Wenn diese mal ins Wasser fielen mussten sie schnell aus ihren Hosen herauskommen, das war mit zwei Reißverschlüssen einfacher. Das typische Material für die Zunftbekleidung ist Trenckercord, die “Breite Rippe” und Genuacord, die “Schmale Rippe”.
Die Zünfte der Steinsetzer und Steinmetze bzw. Bildhauer ist an ihrer beigen bis oliven Zunftbekleidung zu erkennen. Die Kluft der “Steinberufe” wird ebenfalls aus Cord hergestellt.
Die Maurerzunft hingegen trägt weiße Zunftbekleidung, die aus Zwirn Doppelpilot hergestellt wird. Diese Kluft zeichnet sich durch hohen Tragekomfort aus, ist robust, atmungsaktiv und besitzt eine hohe Scheuerfestigkeit. Auch die Berufsgruppen der Klempner, Gerüstbauer und Tischler tragen heute noch teilweise Zunftbekleidung. Vor allem in Betrieben mit großer Familientradition kann man die typische Handwerkskluft noch finden.
Teile der Zunftbekleidung auf der Walz/Wanderschaft
Typisch für die Zunftbekleidung ist die Zunfthose mit und ohne Schlag, die Zunftweste, die Zunftjacke, auch Zunftjoppe genannt, die Staude (weißes Hemd ohne Kragen), das Zunftzubehör wie Koppel mit Zunftzeichen, Uhren, Zunftschmuck sowie die Löwenkopfkette als Ergänzung zur Zunftbekleidung. Eine günstige Möglichkeit zum Bezug typischer traditioneller Zunftbekleidung ist der Krähe Versand mit seinem umfassenden Angebot.
Für die Walz gehören weiterhin zu Zunftbekleidung Hut, schwarze Schuhe oder Stiefel, Ehrbarkeit (ähnlich der Krawatte mit Zunftnadel), Ohrring, Stenz (Wanderstock), Charlottenburger (Leinentuch) und das Wanderbuch.